Ein etwas anderes Brandenburglied als Musikbegleitung anhören
(R. Grebe: Brandenburg)
Kurze Geschichte der Ortschaft Michendorf
Michendorf = deutsch-slawischer Mischname, Abwandlung von slawischen Michel bzw. Micha
Münzfund aus spätslawischer Zeit (1000 - 1200 nach Christus) zeugt von Beginn einer Besiedlung in dieser Zeitperiode. Dabei leben sklawische und deutsche Siedler eng beieinander.
1157 Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht dem Bären aus dem Hause der Askanier (1157 auch Geburtsjahr von Richard Löwenherz)
1231 fällt die Zauche, zu denen die Orte der Region gehören, (unter anderem Michendorf, Alt- und Neulangerwisch, Wildenbruch, Stücken, Fresdorf, Kunersdorf) bei der "askanischen Landteilung" zu dem askanischen Markgraf Otto den III.
1320 Heinrich der Jüngere, letzter askanischer Markgraf der Mark Brandenburg, stirbt
1375 Erstererwähnung Michendorfs mit umsatzstarken Krug im Landbuch der Mark Brandenburg von Kaiser Karl IV.
1550 Michendorf gehört zum Landesherrlichen Amt Saarmund
1573 erste Darstellung Michendorfs auf einer Landkarte Link zur Karte
1608 unsere Region gehört zum Kreis Zauche (Strukturen schon vor 1608) und Beritt Beelitz (Beritt = Bereich der Landreiter - entstanden in der Mark etwa gegen 1208 unter Joachim den II. zum Ziel der Erfassung der Untertanen, der allgemeinen Lage, der Landnutzung, Ortsansässigkeit des Adels, Bevölkerungsbewegungen, Besitzerfassung, Steuerfassung und nicht zuletzt zur Erfassung der Wehrpflichtigen.)
1618 - 1648 30jähriger Krieg, völlige Zerstörung und in der Folge über 50 Jahre unbewohnt
1697 Neubesiedlung - 5 Bauern. Bis 1786 insgesamt etwa 50 Kollunistenfamilien als Neuansiedlungen
anschließend etwa 200 Jahre unbedeutender Ort
Erbauung der Michendorfer Kirche
1800 Michendorf gehört immer noch zum Kreis Zauche, Beritt Beelitz und zum Domänenamt Saarmund, das trifft auch auf Alt- und Neulangerwisch, Kunersdorf und Fresdorf zu (d.h. der Staat ist Inhaber der grund- und gerichtsherrschaftlichen Rechte am jeweiligen Ort). Der Ort liegt an einer Poststraße (heutige B2) und an der Fernhandelsstraße nach Berlin über Saarmund und, Teltow
1803 Der "Sandweg" (Poststraße) von Potsdam nach Michendorf ist zu einer bebahnten und wetterfesten Straße ausgebaut, der Chaussee!!
Die Chaussee (Anweisung zum Anlegung, Unterhaltung und Instandsetzung der Kunststraßen, schriftlich festgelegt 1816)
möglichst gerader Verlauf, große Hindernisse sollen umgangen werden, Verlauf soll bewohnte Orte berühren, Materialbeschaffung hat Einfluß auf den Verlauf der Streckenführung, Kosten sollen gering gehalten werden
Breite ohne Gräben 40 Fuß (12,6 m) davon 16 Fuß (5 m) als Steinbahn, 12 Fuß (3,8 m) als Sommerweg und 12 Fuß auf die beiden Randstreifen. Mindestbreite einer Chaussee = 24 Fuß, 16 Fuß Steinbahn, 8 Fuß Sommerweg.
Steinbahn besteht aus drei Lagen Steine. Über die Steinbahn und den Sommerweg wird eine Kiesschicht gewalzt. Brücken werden aus Stein errichtet, die Hänge werden befestigt.
Die Chausse wird durch Prellsteine, Bäume und Gräben begrenzt. Meilensteine und Wegweiser sind anzubringen.
Zur Unterhaltung werden Wegewärter und Wegbau-Beamte angestellt, die an der Chaussee wohnen.
1875 - 1939 nimmt die Bevölkerung in Michendorf zwischen 45% - 110% zu, ein Trend der den ganzen "Speckgürtel" um Berlin betrifft. in anderen Teilen der Mark Brandenburg nimmt die Bevölkerung ab, auch damals schon.
1879 Eröffnung der Eisenbahnstrecke, neue Siedler durch eine Haltestelle der Eisenbahn in der Ortschaft
1879 Gründung der Michendorfer Ziegelei (bis 1900 betrieben)
1880 Münzfund auf dem Wolkenberg, 1797 Münzen aus den Jahren 1140 – 1184 (Denare mit dem Bildnis des Slawenfürsten Pribislaw und Brakteaten mit dem Bildnis des Askanierfürsten Albrecht des Bären)
1890 Bau de Hollender Mühle an der stelle der alten Bockwindmühle auf dem Wolkenberg
1914 - 1918 Erster Weltkrieg, nur leichte Schäden
Intensivierung der Obstzucht in der Gemeinde
1935 Michendorf erhält sein Ortswappen, den Apfelbaum.
1936 Anbindung an die Autobahn
1936 Erste Planungen für eine Umgehungsstraße, durch den 2. Weltkrieg nicht realisiert.
1939 - 1946 nimmt die Bevölkerung zwischen 25% - 50% zu.
1939 - 1945 Zweiter Weltkrieg, Schäden in der Nähe des Bahnhofes und der Kirche
1945 Besetzung durch sowjetische Truppen. Das Zauch-Belziger Kreisgebiet wurde zum Kriegsende 1945 Schauplatz der Kämpfe zwischen der deutschen Wenck-Armee und Truppenteilen der Roten Armee. Wencks Vorstoß in Richtung Potsdam und Beelitz ermöglichte Ende April/Anfang Mai mehreren eingekesselten Wehrmachtsverbänden den Ausbruch nach Westen und zugleich die Evakuierung Tausender Zivilisten. Indes forderten diese Kämpfe im Kreisgebiet rund 4.000 Tote auf beiden Seiten. Als die Wenck-Truppen sich am 1./2. Mai Richtung Westen absetzten, war der Zweite Weltkrieg für Zauch-Belzig beendet.
Bis September 1945 gehöhrt die Bürgermeisterei Michendorf zur Bezirsbürgermeistere iBeelitz/Mark als übergeordnete Behörde. Von 1946 - 1952 gliederte sich der Kreis Zauch-Belzig in Amtsbezirke. Zum Amtsbezirk Michendorf gehörten neben Wildenbruch noch Fresdorf, Langerwisch, Michendorf, Saarmund, Schiaß, Tremsdorf, und Wilhelmshorst.
In dieser Zeit wurde der Kreis Zauch-Belzig von Flüchtlingen und Vertriebenen überrollt, so auch unser Gemeindegebiet. Der Kreis Zauch-Belzig hatte kaum Kriegsschäden erlitten und schien als Agrarkreis Aussicht auf eine hinlängliche Lebensmittelversorgung zu biete. In Zeiten allgemeinen Notstands eine zusätzliche Belastung für die Komunen. Die Gemeindeverwaltung Michendorf ließ Ende August 1945 verlautbaren, sie müsse auf Anordnung der Landratsamtes noch 564 Flüchtlinge aufnehmen, doch unter Ausnutzung aller Möglichkeiten könne nach sorgfältiger Prüfung höchstens eine Aufnahme von 115 Personen erfolgen. In den Dörfern mit ihren traditionellen Verwandtschaftsstrukturen galten die Neuankömmlinge - nicht selten mit fremden Dialekt, fremden Gebräuchen, anderer Konfession - sehr häufig als Fremdkörper. Sie mussten Schimpfwörter wie "Sudetengau-ner" (gemeint waren die von den Tschechen Ausgewiesenen) oder "Polackenpack" über sich ergehen lassen.
1960 - 1980 Entstehung des Ortsteils Michendorf-West (Naherholungsgebiet)
1974 Neubau der Polytechnischen Oberschule am Wolkenberg
1977 Beschluß der Gemeindevertretung Michendorf für den Bau einer Ortsumgehung östlich entlang der Gemeinde
1980 Planung und Bau der Umgehungsstraße wird wegen Protesten betroffenen Bürger eingestellt. (zur Planungskarte von 1980)
1990 Auflösung des Naherholungsgebietes um den Lienewitzsee, Erklärung zum Naturschutzgebiet
1991 Umwandlung der Polytechnischen Oberschule in ein Gymnasium
1991 Bau einer neuen Grundschule
Erneute Planung einer Umgehungsstraße mit veränderten Verlauf - noch größere Proteste, am Ende ohne Erfolg!!! (zur Planungskarte von 2003)
1992 Gründung des Amtes Michendorf mit den Gemeinden: Michendorf, Wildenbruch, Fresdorf, Stücken, Langerwisch und Wilhelmshorst
2003 Bildung der Großgemeinde Michendorf, Zwangsauflösung aller 6 Amtsgemeinden und damit Beendigung deren Selbstständigkeit.
2004 Baubeginn der Umgehungsstraße
2004 Eröffnung des ALDI Marktes, damit gibt es im Ort bereits 4 Supermärkte (Norma, Plus, Spar, Aldi)
2005 Das Volkshaus öffnet nach einer Sanierung, ist wieder ein ital. Restaurant.
2005 Eröffnung des EDEKA Marktes, dem 5 Supermarkt, Plus brennt ab, ein Prvisorium in der Bahnstraße wird eröffnet.
2005 Freigabe der Umgehungsstraße am 21. Dezember mit "Demos" beider "Lager".
2009 Der Parkplatz in der Mitte des Ortes ist umgebaut und neu gestaltet.
2010 Pläne für den Ausbau der A10 werden veröffentlicht, eine Protestbewegung wird gegründet
Eine KIK-Filiale und eine 2. Apotheke öffnen in Michendorf